Herzlich willkommen an der Ferdinand-Tönnies-Schule Husum

Lernen durch Engagement

26.06.2017

Schülerinnen und Schüler zeigten Migranten die Stadt

Ein Teil der Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b der Ferdinand-Tönnies-Schule (FTS) machte mit Migranten gemeinsam einen Stadtrundgang und zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten von Husum.

Der Integrations- und Orientierungskurs der Volkshochschule Husum (VHS) wünschte sich Kontakt zu „echten“ Deutschen und gemeint war damit nicht ausschließlich zu Lehrer/-innen oder Dozenten/-innen. Zudem wollten man mehr über Husum und seine Geschichte erfahren.

Die Leiterin des Kurses, Frau Carstensen von der VHS, nahm das zum Anlass bei einem zufälligen Aufeinandertreffen mit Herrn Wittmann, Lehrer an der FTS, diesen Wunsch zu äußern. Herr Wittmann fragte daraufhin seine Schülerinnen und Schüler, ob diese nicht Lust hätten, sich im Rahmen des Weltkundeunterrichts den Wünschen der erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Syrien, Polen, Eritrea, der Türkei und Afghanistan anzunehmen.

Hierfür bot sich die Lehr- und Lernform „Lernen durch Engagement – Service Learning (LdE)“ an, bei der schulisches Lernen mit einem konkreten bürgerschaftlichen Engagement verbunden wird. Die Schülerinnen und Schüler konnten so ihr im Weltkundeunterricht erworbenes Wissen über Revolutionen und das Leben im 19. Jahrhundert sowie die Art miteinander zu leben vertiefen und sich gleichzeitig für die Integration von Migranten einsetzen.

LdE zeichnet sich dadurch aus, dass Schülerinnen und Schüler ihr Engagement selbstständig planen und durchführen. Lehrpersonen stehen lediglich hilfsbereit im Hintergrund zur Verfügung.

Eigenständig überlegten die Schülerinnen und Schüler zunächst einmal, wie die Wünsche der Migranten erfüllt werden konnten. Schnell waren sie sich einig, dass sich ein Stadtrundgang dafür am besten eignet. Hierbei konnten sie mit ihnen ins Gespräch kommen und ihnen gleichzeitig Husum sowie dessen Geschichte näherbringen. Dafür galt es sich aber erst einmal selber schlau zu machen. Es wurde eine Stadtführung bei einem hiesigen Stadtführer organisiert. Als der Stadtführer Karl-Peter Kööp von ihrer Idee hörte, erklärte er sich sofort bereit, mit den Schülerinnen und Schülern eine kostenlose Stadtführung zu machen. Nach einer Stadtführung bei schönstem Wetter planten die Schülerinnen und Schüler nun ihren eigenen Stadtrundgang. Sie wählten die für sie am wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus und legten den Ablauf des Stadtrundganges fest. In Kleingruppen beschafften sie sich weitere Hintergrundinformationen zu den ausgewählten Sehenswürdigkeiten und hielten diese schriftlich fest, damit alle sie später beim Stadtrundgang zur Verfügung hatten.

Die Schülerinnen und Schüler der FTS und die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer des Integrations- und Orientierungskurses der VHS trafen sich dann am Tine-Brunnen und machten sich von hier aus in Kleingruppen auf den Weg. Gezeigt wurde das Alte Rathaus, die Marienkirche, der Hafen mit dem Flutmarkenpfahl, das Theodor-Storm-Museum in der Wasserreihe, das Zollhaus, das Schloss vor Husum und der Schlossgarten.

Um sich über das Erlebte im Anschluss nochmal austauschen zu können und noch mehr in Kontakt zu kommen, kamen die Schülerinnen und Schüler auf die Idee, ein gemeinsames Frühstück zu veranstalten. Auch dieses organisierten sie selbständig. Sie planten, kauften ein, bauten auf und ab, empfingen die Migranten auf dem Schulhof und verabschiedeten sie mit einer Rede. Auch die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer des Integrations- und Orientierungskurses der VHS beteiligten sich mit verschiedenen Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern am Buffet.

Alle waren begeistert von diesem internationalen Austausch und stellten fest, das Altersunterschiede und Sprachbarrieren überwunden werden können und jeder von dem anderen profitieren kann.

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